Splitterfreier Glasersatz



Die Erfindung von Glas hat den Menschen viele Vorteile gebracht. Erstmals war es möglich, einen geschlossenen und dementsprechend auch warmen und windgeschützten Raum zu schaffen, aus dem man aber gleichzeitig die Umwelt beobachten kann. Ein entscheidender Nachteil ist aber, dass Glas recht einfach zu zerstören ist. Ein Tritt oder Stoß dagegen, und schon ist die normale Glasscheibe hin. Da beim Bruch Splitter mit scharfen Kanten entstehen, ist die Verletzungsgefahr in diesem Fall sehr hoch. Mittlerweile gibt es aber auch Kunststoffe, die dem Glas sehr ähnlich sind, sich bei einer Erschütterung aber anders verhalten. Am bekanntesten ist wohl Polymethylmethacrylat (PMMA), das in der Umgangssprache auch als Plexiglas, Vitroflex, O-Glas oder Acrylglas bezeichnet wird.
Entwickelt wurde der Stoff gegen Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in Deutschland, Spanien und Großbritannien. Ab 1933 war es auf dem Markt erhältlich und wird seitdem in unterschiedlichen Bereichen als splitterfreier und leichter Glasersatz verwendet. Beliebt ist es vor allem wegen seiner Robustheit. Es ist relativ reißfest und kratzunempfindlich, kann durch Kleber und mit dem Schweißgerät miteinander verbunden werden, besteht gegen Säuren und Laugen mittlerer Konzentration und ist alterungs- und witterungsbeständig. Auch Benzin und Öl können dem Material nichts anhaben. Allerdings dürfen Plexiglasscheiben nicht mit Alkohol oder anderen Lösungsmitteln gereinigt werden, weil diese Mittel das Material zerstören. Bei einem Brand verbrennt PMMA ohne Rückstände und ohne zu tropfen. Ab einer Temperatur von 100 Grad Celsius ist es verformbar. Erfolgt die Abkühlung schnell, zum Beispiel im kalten Wasser, bleibt die neue Form erhalten. Bei langsamer Abkühlung biegt sich Plexiglas teilweise wieder zurück.


18.01.10 Verschiedenes Kommentieren Trackback

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