Die Amerikaner hatten sie zuerst; die Holländer benutzen sie am häufigsten; und die Norweger zahlen für ihren Gebrauch am meisten: Die Handys. Aber auch die Deutschen sind, was Handys angeht, in einer Kategorie die Nummer eins: In keinem anderen Land wird um sie solch ein Kult veranstaltet wie bei uns. In den meisten anderen Ländern sind Handys Gebrauchsgegenstände; hierzulande dagegen sind sie Statussymbole, und wer das neueste, technisch ausgereifteste und stylischte Handy hat, der darf sich ohne Umschweife King nennen. Mittlerweile gibt es jedoch eine ganze Reihe von Menschen, die dem Handykult extrem kritisch gegenüberstehen; immer mehr Leute sagen ihrem Handy Ade und ziehen es vor, per Festnetzapparat zu kommunizieren oder zur Not die Telefonzelle aufzusuchen.
Eins ist allerdings auch klar: Das Handy hat auch eine Menge guter Eigenschaften, eine Menge Vorteile. Neueste Errungenschaft der Technik: Ein neuer SMS-Service, besonders gut geeignet für Vereine, Firmen und sonstige Organisationen. Bei jeder SMS-Mitteilung bekommt der Absender sofort eine Bestätigung, wenn der Empfänger die SMS entgegengenommen hat. Solch ein SMS-Service ersetzt übrigens den früher üblichen Rundruf; mindestens einmal hat er bereits das Leben eines Menschen gerettet: Ein Schalke-Fan mit seltener Blutgruppe brauchte nach einem schweren Unfall unbedingt eine Bluttransfusion. Sofort schickte die Ehefrau eine Fanclub SMS raus; und prompt meldete sich ein Fan, der die selbe Blutgruppe wie ihr Mann hatte. Ein Telefonrundruf hätte zweifelsohne zu lange gedauert; ohne die Fanclub SMS wäre der Mann ohne jeden Zweifel gestorben. Fazit: Der Handykult in Deutschland geht gelegentlich zu weit; aber Handys sind häufig auch extrem nützlich und manchmal – wie in dem oben geschilderten Fall – auch unentbehrlich.