Porzellane, werden je nach Aufwendigkeit nicht nur in unterschiedlichen Rohstoff-Materialien gefertigt und bei unterschiedlichsten Temperaturen gebrannt, sondern es gibt auch Unterschiede in der Fertigstellung jedes einzelnen Korpus.
Während schlichte Teile in der Gesamtheit, als komplettes Stück gefertigt werden, sieht es bei aufwendigeren Teilen anders aus.
Bei Kannen zum Beispiel wird nicht nur der Deckel einzeln gefertigt, sondern auch oft der Henkel oder der Schütthals.
Diesen Arbeitsvorgang des nachträglichen Anbringens von Porzellanteilen nennt man angarnieren oder anmontieren.
Die Dekorteile, Henkel, Deckel und Schütten werden getrennt vom restlichen Körper aufwendig modelliert und hergestellt.
Gerade Dekorteile, die man nicht am Porzellankörper optimal fertigen kann, werden separat häufig von Hand modelliert und später dann mit Schlicker an der Kanne oder Tasse angebracht.
Schlicker ist die noch weiche und breiige Porzellanmasse aus Quarz, Kaolin und Feldspat.
Im Altertum wurde dieser Tonbrei auch mit zusätzlichem Wasser weiter verflüssigt und mit den unterschiedlichsten Substanzen eingefärbt. Er wurde dann wie Farbe aufgetragen und diente als Verzierung des hergestellten Porzellan.
Dekor- Details können so meist auf einer flachen Unterlage arrangiert werden.
Besonders dünne Porzellanteil, wie Henkel werden so erst im letzten Moment angesetzt, um zu verhindern, dass diese Teile im Produktionszyklus Schaden nehmen oder einfach aus Platzmangel einfach im Wege sind.
Häufig haben diese Teile auch andere Materialdicken und würden sich bei Brennvorgängen und Trocknungsvorgängen unterschiedlich zum Korpus erhitzen, abkühlen bzw. abtrocknen.
Die Nahtstellen werden dann für spätere Augenpaare nicht mehr sichtbar, verputzt und durch die abschließende Glasur verdeckt.
Auf diese Weise erhält man ein perfektes Porzellanobjekt, von dem man nie erwarten würde, dass es aus mehreren Teilen zusammengesetzt wurde.