Eins ist klar: Die Arbeitswelt wird nie wieder so sein wie früher. Konnte man bis vor wenigen Jahren seinen Lebensunterhalt noch mittels Einsatz seiner Körperkraft bestreiten, sei es in der Produktion, dem Transportwesen oder dem Bau, so gibt es heute nur noch ganz wenige Jobs, die jemand, der nicht mehr als seine Muskelkraft anzubieten hat, noch ausüben kann.
Die Welt wird immer komplexer, und selbst für vergleichsweise einfache Sachbearbeiterjobs bei Banken, Versicherungen oder im Öffentlichen Dienst braucht man heute mindestens eine qualifizierte Berufsausbildung. Selbst für Arbeitsbereiche, die auf den ersten Blick vergleichsweise simpel erscheinen, werden heute Fachleute gebraucht, zum Beispiel im Hafen. Ein Preisvergleich ist eindeutig: Maschinen plus ein paar gut bezahlte Fachkräfte sind viel billiger und effektiver als ein Heer von angelernten Arbeitern.
Was bedeutet als dieses? Dass jetzt alle Menschen sofort in die Weiterbildungsstätten eilen und Kurse mit Titeln wie Suchmaschinen-Optimierung für Shops belegen sollen? Nein, dass heißt es nicht. Planlose Weiterbildung, mit der kein konkretes Ziel verbunden ist, ist sinnlos. Nicht jeder kann ein Internet-Experte werden, und – um noch mal auf das eben erwähnte Beispiel zurückzukommen – Suchmaschinen-Optimierung für Shops ist ein Thema, von dem nun wirklich nicht jeder etwas verstehen muss. Weiterbildung muss vielmehr gezielt betrieben werden, das Gießkannenprinzip darf hier nicht gelten. Gefragt ist hierbei auch die Wirtschaft, dass heißt, Banken, Versicherungen, die Automobilbranche, etc., sollten die Politik unterstützen, dass heißt Weiterbildung gezielt mitfinanzieren, weil die öffentliche Hand dafür nicht genügend finanzielle Mittel besitzt. Die Wirtschaft sollte nach der Devise verfahren: Keinen kleinkrämerischen Preisvergleich, sondern heute investieren, damit morgen noch genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.