Folgender Text ist eine Facharbeit die von Marco Müller verfasst wurde, vielen Dank für die Erlaubnis und die Möglichkeit diese hier zur Verfügung zu stellen.
Das Wirtschaftswunder der 50er Jahre: Die meisten Menschen verbinden damit steigenden Wohlstand, ein neues Konsumverhalten und vor allem einen Neuanfang nach den schweren Jahren des Zweiten Weltkrieges. Die Währungsreform und der folgende Wirtschaftsaufschwung geben den Menschen in Deutschland eine Zukunftsperspektive und neue Hoffnung. Wer an das genannte Wunder denkt, der verbindet damit neben seiner eigenen gesicherten Versorgung auch einen Glauben an ein neues Deutschland nach dem verheerenden und selbst verschuldeten Krieg.
Die Hochkonjunktur der Nachkriegszeit wird nicht zuletzt mit dem Erscheinen Konrad Adenauers sowie Ludwig Erhards begründet. Zudem spielt der allgemeine Wille in der Bevölkerung zum Wiederaufbau und zu Normalität eine Rolle. Mit diesem Gedanken stellt sich gleichzeitig die Frage, ob die Wirtschaftsblüte ein tatsächlicher Verdienst der deutschen Regierung und Bürger oder gar eine geplante Handlung der westlichen Alliierten, speziell in Form der USA, darstellt. Diese Fragestellung soll anhand der Betrachtung des Wirtschaftswunders der 50er und 60er Jahre im Westen Deutschlands und des Hilfsprogramms Marshallplan nachfolgend näher behandelt werden.
Die Kapitulation am 7.Mai 1945 stellt ein Ende und einen Neuanfang gleichermaßen dar: Deutschland liegt in Schutt und Asche, in etwa wie die Hoffnungen auf ein friedliches Leben der in ihm lebenden Menschen. Städte, Wohnungen, Industrie- und Versorgungseinrichtungen sind größtenteils zerbombt oder abgebrannt und das Überleben steht fortan an erster Stelle des Tagesablaufs. Die wertlose Reichsmark hat zur Folge, dass keine brauchbare Währung vorhanden ist, wodurch der Schwarzmarkt blüht und mit amerikanischen Zigaretten, Kleidung oder anderen Waren bezahlt wird. Ein Großteil der männlichen Bevölkerung ist im Krieg gefallen, in Gefangenschaft geraten oder trägt Wunden mit sich, sodass Frauen, die als Trümmerfrauen1 bezeichnet werden, den Grundstein zu einem Neuaufbau legen. Das Ausmaß der Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg scheint zwar enorm, jedoch sind günstige Voraussetzungen für einen Neuaufschwung bereits zu erkennen. Einige deutsche Häfen, wie zum Beispiel in Hamburg, haben den Waffenkampf unbeschadet überstanden und zahlreiche Kohlereserven sind noch in Fabriken aufzufinden, zum Erstaunen teils mehr als in vielen englischen Industriegebäuden.
Im Juni 1945 übernehmen die Alliierten die Vollmacht im besiegten Deutschland. Großbritannien, die
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USA, Frankreich und die Sowjetunion einigen sich als Siegermächte auf der Potsdamer Konferenz zu Grundsätzen zur Behandlung Deutschlands: Demokratisierung, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Dezentralisierung, Dekartellisierung lauten die Forderungen. 1946 beginnt schließlich die USA mit der Sendung von CARE-Paketen2, um die Versorgung der hungernden Menschen in Deutschland zu sichern.
Nach zahlreichen Verhandlungen einigt man sich im Jahr 1948 bei der Londoner Sechsmächtekonferenz auf eine Schaffung eines westdeutschen Staates. Dies hatte sich bereits 1947 durch die Zusammenlegung des amerikanischen und britischen Besatzungssektors, der so genannten Bizone, angekündigt Als vorläufige Hauptstadt des neuen demokratischen Staates wird zudem Bonn benannt. Die Gründung von neuen Parteien wird zunächst gehemmt, jedoch sind 1946 die ersten genehmigten Gruppen bereits wahlbereit. So auch die CDU, deren Fraktionsvorsitz Konrad Adenauer3 darstellt. Am 1.September 1948 schafft es Adenauer Präsident im Parlamentarischen Rat in Bonn zu werden. Knapp ein Jahr später ist er bereits Mitglied des deutschen Bundestages und wird als erster Bundeskanzler vorgeschlagen. Der über 70-jährige Adenauer reagiert humorvoll „Ich habe mit meinem Arzt gesprochen. Ein bis zwei Jährchen werde ich das machen können.“4 Was Adenauer nicht ahnt: Er wird knapp 14 Jahre im Amt des Bundeskanzlers bleiben und die politische Ausrichtung Deutschlands maßgeblich prägen.
Unter dem Wirtschaftswunder in Westdeutschland versteht man den ökonomischen Aufstieg der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Das eigentliche Wunder beginnt erst im Jahr 1951 und ist durch einige Voraussetzungen, wie unter anderem die Währungsreform 1948 und die Einführung der sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard gekennzeichnet.
Für den Zweiten Weltkrieg war besonders viel Geld gedruckt worden, womit jetzt sehr viel Geld sehr wenig Ware gegenübersteht. Jeder Bewohner der westlichen Besatzungszonen in Deutschland erhält die Deutsche Mark (D-Mark)5 als neues Zahlungsmittel, welche die Reichsmark von nun an ersetzt.
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Endlich muss nichts mehr getauscht werden und auch der Schwarzmarkt wird größtenteils eingedämmt. Vor allem sollen durch die Währungsreform auch Unternehmer und Freiberufler gefördert werden, um eine rasche Wiederherstellung des Wirtschaftslebens im Land zu garantieren. Leider werden hierbei die Kleinsparer nicht wirklich berücksichtigt und auch das soziale Gefälle scheint keineswegs aufgehoben. Vielmehr werden die alten kapitalistischen Verhältnisse vor dem Krieg wiederhergestellt und an die neuen Verhältnisse des Nachkriegsdeutschlands angepasst.
Die Berufung Ludwig Erhards6 1949 zum Wirtschaftsminister trägt entscheidend zum Wachstum Deutschlands bei. Er gilt schon nach einiger Zeit in der Bevölkerung als „Vater des Wirtschaftswunders“. Durch Adenauer kann Erhard sein Konzept der sozialen Marktwirtschaft veröffentlichen und es braucht nicht lange, bis sich erste Erfolge zeigen. Da man sich für eine Demokratie im westlichen Deutschland entschieden hat, kommt eine sozialistische Planwirtschaft keinesfalls in Frage. Man einigt sich schließlich auf eine freie Marktwirtschaft mit sozialen Komponenten, denn es sollen zumindest Absicherungen für jeden in der BRD lebenden Menschen vorhanden sein. Die genannte soziale Marktwirtschaft ist maßgeblich für den sozialen Frieden und Stabilität in Deutschland nach dem Krieg und auf dieser Grundlage erlebt das Nachkriegsdeutschland einen erheblichen Wirtschaftsboom. Der Konjunkturaufschwung wird für alle spürbar und nicht zuletzt durch günstige und zugleich qualifizierte Arbeitskräfte sowie die hohe Nachfrage nach Verbrauchs- und Investitionsgütern beschleunigt. Die Hoffnung und Sehnsucht der Menschen nach einem normalen Leben motiviert die deutschen Bürger zu Wiederaufbau und Arbeit7 und Ludwig Erhards Kampagne „Wohlstand für alle“ wird bald zur Wirklichkeit. Als geistiger Vater seiner erfolgreichen Wirtschaftstheorie der sozialen Marktwirtschaft gilt aber der Freiburger Wissenschaftler Alfred Müller-Armack. Direkt nach der Einführung der sozialen Marktwirtschaft steigen Preise und Arbeitslosigkeit jedoch vorerst an. Es erfolgen Beschwerden aus allen Seiten Richtung Ludwig Erhard und der gesamten Regierung. Doch die Geduld der Politiker zahlt sich aus: Bald beruhigt sich die Preisentwicklung, da der erwartete Ausgleich an den Märkten stattfindet. Folglich nimmt die Produktion mehr und mehr zu und trotz kurzem Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Jahr 1952 kommt es zu einer raschen Besserung der Lage. Als Grund dafür kann der große wirtschaftspoltische Freiraum der Regierung Adenauer genannt werden.
Die soziale Marktwirtschaft, welche kurz durch das Prinzip „Angebot und Nachfrage“ beschrieben werden kann, wird nicht im Grundgesetz verankert, sie soll gewollt „offen“ dargestellt sein. Erhard
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widersetzt sich regelrecht den Alliierten, da er erkennt, dass Preisbindung und eine Wirtschaft unter Zwängen keine Zukunft hat. Als die Amerikaner ihm vorwerfen, er hätte die Vorschriften verändert, entgegnet er: „Ich habe sie nicht verändert, ich habe sie abgeschafft!“8 Eine freie Preisbildung sowie die Möglichkeit eines unabhängigen Wettbewerbs stehen an erster Stelle seines Plans. Trotzdem erfolgt eine Festlegung der wirtschaftlichen Spielräume: Sie wird zum Großteil begrenzt durch das Grundrecht, Rechtsstaatlichkeit und die Sozialstaatlichkeit. Die soziale Marktwirtschaft wird durch das Prinzip „Soviel Freiheit wie möglich, soviel Kontrolle wie nötig.“9 gesteuert. Dies bedeutet, dass der Staat nur eingreift, wenn sich Monopole bilden oder die Wirtschaft große politische Macht erlangt. Damit will die Bundesrepublik Deutschland sozial Schwächere schützen. Weitere Ziele der sozialen Marktwirtschaft stellen ein stetiges Wirtschaftswachstum, Wohlstand für alle in Deutschland lebenden Menschen, Konsumfreiheit, Vollbeschäftigung sowie Außenhandelsfreiheit dar. Ebenfalls kann deutlich das starke Konsumbedürfnis im Land als Wegbereiter für den Konjunkturaufschwung angesehen werden. Da die Eigenversorgung in den ersten Jahren an erster Stelle steht, ist es nicht verwunderlich, dass die verdiente D-Mark meistens sofort gegen Waren eingetauscht wird. Die Förderung des Landes durch die USA, in Form des Marshallplans (siehe auch 4.1.), spielt zusätzlich eine Rolle.
Adenauer und Erhard haben in den ersten Jahren nach Amtsantritt nicht nur das Ziel den Staat Deutschland nach vorne zu bringen. Vor allem stehen die Menschen im Vordergrund, die von nun an sozial gesichert leben sollen. Ein gewisser Wohlstand soll jedem zustehen, genug Nahrung, Rente im Alter und natürlich ein Dach über dem Kopf. So werden einige Sozialleistungen beschlossen, unter anderem eine dynamische Rentenpolitik, welche an Preis- und Lohnentwicklung gekoppelt ist. Kranke und Arbeitslose werden besonders gefördert, eine Unfall-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung tritt in Kraft. Arbeitnehmervertreter besitzen nun das Recht durch Streiks oder Verhandlungen Löhne selbst mit zu bestimmen, wohl gemerkt ohne Einwirkung des Staates (Tarifautonomie). Eine Vielzahl von neuen Häusern wurden erbaut, knapp 400.000, wobei der Preis pro Quadratmeter auf knapp eine Deutsche Mark gesenkt wurde. Außerdem wurden Kriegsopfer und Heimkehrer aus Kriegsgefangenschaft entsprechend entlohnt, was als erster positiver Schritt der Sozialpolitik Westdeutschlands betrachtet werden kann.
Generell kann man sagen, dass zumindest versucht wird, die Kluft zwischen Arm und Reich zu
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vermindern, indem sozial Schwächere geschützt werden und ihnen ein besonderes Mitspracherecht gewährt wird. Bundeswirtschaftsminister Erhard witzelt in einem Interview 1972: „Zu Beginn meiner Arbeit als Wirtschaftsminister sagte man mir, dass es meine Aufgabe sei, Not und Elend zu verwalten. Meine Antwort darauf war: ‘Den Teufel werde ich tun und alles einsetzen, was in meiner Macht steht, um Not und Elend zu überwinden!’“10 Anfangs werden nur die nötigsten Hilfen für das Volk geboten, da Versicherungen noch nicht vollständig durch Beiträge beglichen werden können und der Staat die Sozialleistungen nur mit Mühe finanzieren kann. Aufgrund der allgemein besseren Wirtschaftslage steigt der Lebensstandard der Menschen kontinuierlich an und die genannten Leistungen werden in den folgenden Jahren ausgebaut. Zudem kommt es zu umfassenden Neustrukturierungen im Bereich des Wettbewerbs-, Geld- und Agrarwesens.
Durch die umfassende Versorgung nahezu aller Bürger kommt es zu einer regelrechten „Fresswelle nach der Fettlücke“11. Die Grundbedürfnisse der Gesellschaft können nun wieder erfüllt werden, nicht zuletzt durch Förderung durch CARE-Pakete aus den USA. Anfangs wird noch Brot verspeist, nach einiger Zeit kann jedoch schon auf Fleisch und zuckerhaltige Nahrung zurückgegriffen werden. Folglich wird der so genannte „Wohlstandsbauch“ zum Symbol der Zeit.
Kennzeichnend für das Wirtschaftswunder ist vorrangig die Blüte der Industrien in den 50er und 60er Jahren12. In den Nachkriegsjahren bestimmen noch die Alliierten welcher Industriezweig, wie und was genau produzieren darf. Für einige Produktionsstätten gibt es bestimmte Auflagen, die bei der Herstellung neuer Waren berücksichtigt werden müssen. Kritisch werden vor allem die Rüstungsproduktionen in Deutschland betrachtet, die erst einmal größtenteils den Betrieb einstellen. Dagegen wird die Förderung von Kohle und die Wiederaufnahme des Bauwesens unterstützt und auch der Herstellung von alltäglichen Dingen wie Geschirr, Möbeln und Glaswaren wird stattgegeben. Produziert werden neben diesen auch neue Automobile: Die Motorisierung des neuen Deutschlands kündigt sich an und der „VW Käfer“13 wird zum Symbol des Wirtschaftswunders. Das von Volkswagen produzierte Fahrzeug entwickelt sich als echter Exportschlager und wirbt mit dem Slogan „Er läuft, und läuft, und läuft, und läuft…“14 Dadurch, dass die alliierten Besatzer die deutschen Fabriken mit
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modernen Maschinen und neuen Anlagen ausstatten, ist eine schnelle Auferstehung dieser abzusehen. Auch finden sich im Deutschland der Nachkriegszeit viele hochqualifizierte Arbeiter, unter anderem kehren Vertriebene zurück und Gastarbeiter werden gebeten Deutschland auf die Beine zu helfen. Der Marshallplan, welcher durch die Amerikaner hervorgerufen wurde, stellt das nötige Kapital zur Rohstoffbeschaffung und für Investitionen bereit. Industrien in Deutschland werden durch die Alliierten modernisiert, was eine quantitative, aber auch gleichzeitig qualitativ hochwertige Produktion ermöglicht15. Die deutsche Wirtschaft erlangt hierdurch einen hohen Standard und eine beachtliche Anfrage an deutschen Gütern aus dem Ausland. Durch die Steuerpolitik des neuen westdeutschen Staates werden diese Investitionen zusätzlich gefördert. Als 1950 der Korea-Krieg ausbricht, sind die USA und die Westmächte gezwungen sich eben auch auf Krieg umzustellen. Waren sind immer noch Mangelware und durch Export gelingt den Deutschen eine Rückkehr auf den Weltmarkt. Erwartungsgemäß ist auch die Einführung der neuen Währung, der D-Mark, ein ausschlaggebener Faktor für die Erholung und den Aufstieg der deutschen Industrie. Zu Forderungen nach höheren Löhnen oder gar Streiks kommt es seitens der Gewerkschaften nur selten, was den Unternehmen weitere Gewinne einbringt und in die Erweiterung derer eingesetzt wird.
Dieser Industrieboom wird auch erkennbar an den Arbeitslosenzahlen dieser Zeit: 1950 liegt der Anteil der Erwerbslosen noch bei 11 Prozent, doch fällt dieser kontinuierlich, bis Mitte der 60er Jahre die ersehnte Vollbeschäftigung erreicht ist. 1955 arbeiten die Menschen durchschnittlich noch knapp 47 Stunden pro Woche und da genügend Arbeit vorhanden ist können kurze Zeit darauf die ersten Gastarbeiter geworben werden.16 Zwischen 1948 und 1961 vervierfacht sich die Industrieproduktion, das Bruttosozialprodukt verdoppelt sich und der Exportüberschuss steigt auf knapp 5,2 Milliarden DM.17 Damit steht Deutschland in den 60er Jahren in Bezug auf das Exportvolumen knapp hinter den USA, was in engem Zusammenhang mit der Gründung der Montanunion 1952 (bestehend aus Deutschland, Frankreich, Italien und Benelux) steht. Die Qualität und der günstige Preis der Produkte machen die BRD schnell zu einem vertrauenswürdigen Handelspartner auf dem Weltmarkt.
Weiterer Faktor für die rapide Genesung der Betriebe erscheint zudem die Berufstätigkeit der Frau. Für die folgenden Jahrzehnte zeichnet sich ein Wandel in der Rolle dieser ab. Zu Beginn der 50er Jahre arbeitet die Frau beim Wiederaufbau des Landes mit und um ihre Familie zu unterstützen, da der Mann zu wenig oder, aufgrund von Kriegsverletzungen, gar kein Einkommen mit nach Hause bringt.
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Auffällig ist in den Jahren nach dem Krieg und Ende der 1950er Jahre die Konsumfreudigkeit der Menschen Deutschlands. So spielen im Laufe der Zeit Kleidung, neue technische Geräte und Genuss eine zunehmende Rolle. Der Konsumgeist des Volks verändert sich aufgrund der neuen Wirtschaftslage und des eigenen Wohlstands maßgeblich und durch das Vorhandensein der neuen Waren wird Glück definiert. Fast jeder im Land kann frühere Dinge, die damals noch als Luxusgüter galten, endlich in Anspruch nehmen. Auch die aufkommende Bekleidungsindustrie macht insbesondere durch die Damenmode ein großes Geschäft, denn Frauen möchten ihren neu erworbenen Reichtum nun auch nach außen tragen und sich modern und gepflegt präsentieren. Allgemein soll der vorhandene Wohlstand und die soziale Stellung des Menschen nun der Öffentlichkeit gezeigt werden. So wird auch vor den eigenen vier Wänden nicht Halt gemacht, die ab sofort zeitgemäß eingerichtet sein sollen. Die Massenproduktion der Industrien ermöglicht die schnelle und günstige Erfüllung dieser Wünsche und ein regelrechter Kaufrausch18 setzt ein. Die Gesellschaft verlangt außerdem nach neuen Fahrzeugen, insbesondere Automobile und Motorräder finden guten Anklang in der Bevölkerung. Öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Bahn wird größtenteils der Rücken gekehrt und auch das alte Fahrrad wird ersetzt. Noch zu nennen wäre der Tourismus, der Anfang der 50er Jahre eine Wiedergeburt erlebt: Die Menschen träumen vom Ausland und vom Reisen in entfernte Urlaubsziele, aber auch Ferien im Inland werden geschätzt und anfangs noch bevorzugt.
Das Einkommen aller Personengruppen steigt ab 1950 stetig an, jedoch kann sich eine Durchschnittsfamilie erst Anfang der 60er Jahre Großanschaffungen leisten. Verdiente eine Familie im Jahr 1951 noch rund 150 D-Mark, so hat sie 1968 schon 450 D-Mark zur Verfügung19. So muss ein Arbeiter der Mittelschicht für einen VW-Käfer meist rund 14 Monatslöhne investieren. Man kann also behaupten, dass zu Beginn des Wirtschaftswunders nicht jeder Bürger bereits von ihm profitiert, sondern das „persönliche Wunder“ von der sozialen Stellung abhängig scheint. Erhard sagt zur sozialen Ungleichheit: „Ein Kompromiss, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder meint, er habe das größte Stück bekommen.“20
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Die Einwirkung der USA auf das Wirtschaftswunder ist einer mehrerer Faktoren für das Wachstum Westdeutschlands. Auf der einen Seite prägt der Erfolg des Kapitalismus und die Förderung durch die USA in Deutschland die positive Grundstimmung und führt zum Wunsch der Deutschen nach Wiederherstellung des Landes. Auf der anderen Seite wird Westdeutschland taktisch klug integriert und stellt nur ein weiteres Mittel zur Abgrenzung der westlichen Welt zur Sowjetunion dar.
Als die Amerikaner 1945 ihr Besatzungsgebiet verkünden, sind die Westdeutschen einerseits unter Fremdherrschaft, andererseits werden die USA auch als Freunde und Beschützer wahrgenommen21, da die Taten der russischen Soldaten (unter anderem Plünderungen und Gewaltdelikte) im Krieg nicht vergessen worden sind. Die amerikanischen Besatzer versuchen nachfolgende Generationen durch kleine Geschenke, die Jazzmusik und den Rock ‘n’ Roll für sich zu gewinnen. Dieser Lebensstil der Amerikaner erscheint für die Jugendlichen als etwas neues und prägt das Land kulturell.
Im Zweiten Weltkrieg kämpften Amerikaner und Sowjets noch vereint gegen Nazi-Deutschland, doch bereits 1944 zeigten sich erste Risse und Differenzen der beiden Mächte. Vor allem der amerikanische Präsident Truman beharrt in seiner „Truman-Doktrin“ auf einem antikommunistischen Kurs und stützt sich dabei auf die wirtschaftliche Überlegenheit der Amerikaner und das seit 1945 bestehende Atomwaffenmonopol. Er verkündet in seiner Rede vor dem Kongress: „Ich bin der Ansicht, dass es die Politik der Vereinigten Staaten sein muss, die freien Völker zu unterstützen, die sich der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen widersetzen.“22 Konkret spielt er damit auf den von der Sowjetunion ausgeübten Druck auf deren Nachbarländer an. Die USA versucht vorerst, das neue Deutschland nieder zuhalten, jedoch wandelt sich die Besatzungspolitik maßgeblich durch die Konflikte mit der Sowjetunion und der Tatsache, dass Deutschland unter Versorgungsmangel leidet. Deutschland soll keinesfalls einer ausländischen Diktatur unterworfen werden und durch die wirtschaftliche Niedergeschlagenheit des westlichen Besatzungsgebiets könnte sich eine Steuererhöhung für amerikanische Bürger einstellen. Deutschland soll nun von der untersten Ebene nach oben demokratisch aufgebaut werden, von der Bildung von Gemeinden bis hin zu neuen Verwaltungen.
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Auch Adenauer, der stets einen antisowjetischen Kurs befürwortet, sieht eine Integration in den Westen als einzige Lösung. Deutlich wird häufig sein Misstrauen gegenüber dem eigenen Volk, denn die Integration in den Westen und das europäische Staatensystem erscheint ihm wichtiger als die Wiedervereinigung des seit Kriegsende geteilten Deutschlands: „Der entscheidende Grund sei, dass Dr.
Adenauer kein Vertrauen in das deutsche Volk habe. Er sei sehr besorgt, dass eine künftige deutsche Regierung, wenn er einmal nicht mehr da ist, sich zu Lasten Deutschlands mit Russland verständigen könnte. Folglich sei er der Meinung, dass die Integration Westdeutschlands in den Westen wichtiger sei als die Wiedervereinigung Deutschlands …“23, so der damalige britische Staatssekretär Sir Ivone Kirkpatrick. Eines seiner wichtigsten Ziele ist demnach auch der Beitritt der BRD zur NATO, welcher jedoch nicht ohne Komplikationen zu erlangen scheint. Der Westen steht dem neuen Deutschland skeptisch gegenüber und das verloren gegangene Vertrauen muss erst wieder gewonnen werden. Als die Bundesrepublik 1955 schließlich in die NATO eintritt, behält sich die USA das Recht der Vollmacht über Deutschland vor. Die Amerikaner versuchen Deutschland außenpolitisch in internationale Bündnisse zu verflechten, um eine vollständige Selbstständigkeit des neu gebildeten Weststaates zu verhindern. Dies erkennt man auch an der Eingliederung in die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, genannt Montanunion, und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Eine Kooperation mit dem Osten sieht Adenauer als unmöglich an, da eine Wiedervereinigung Deutschlands laut ihm nur durch eine demokratische Wahl zustande kommen könne. Zur Sowjetunion besitzt er demnach eine abgeneigte Haltung: Adenauer stellt sich eine vereinte Welt unter Vorsitz der USA vor: „Wir haben die Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit, wir wählen die Freiheit.“24 Die UdSSR beurteilt der damalige Bundeskanzler als Feind der Freiheit und Einheit, dazu befürchtet er, dass der Expansionswille der Sowjets ganz Europa bedroht. Adenauer sieht die einzige Chance für ein neues, souveränes Deutschland durch ein Westbündnis, was er durch seinen gleichzeitigen Posten als Außenminister versucht zu festigen – eine klar erkennbare Strategie des „Alten aus Rhöndorf“25. Die Haltung zur Zukunft des Landes wird sowohl von der SPD, als auch aus eigenen Reihen der CDU scharf kritisiert. Auch Erhards Überzeugungen zur sozialen Marktwirtschaft finden in den Vereinigten Staaten relativ guten Anklang, wobei durch die SPD eine Kooperation mit der USA wohl kaum oder gar nicht möglich gewesen wäre, da diese eine komplette Staatsplanung der Wirtschaft befürwortete.
So kann man also sagen, dass die Westintegration der Bundesrepublik von zwei Seiten in die Wege geführt wird: Einmal durch den Willen der USA Westdeutschland zu kräftigen, als Erfolgsmodell des Kapitalismus den Sowjets entgegenzustellen sowie gegebenenfalls davon selbst zu profitieren und
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andererseits durch Konrad Adenauer selbst, der die USA als vernünftige Lösung für ein freies Deutschland betrachtet. Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass die Integration sicherlich keinen Fehler darstellt, denn das Land wurde hinsichtlich der Wirtschaft aufgebaut, auf der anderen Seite nahm der Wunsch nach Wiedervereinigung eine bedeutende Stellung ein und der Osten Deutschlands wurde vernachlässigt. Jedoch hätte eine voreilige Wiedervereinigung unter Einfluss der Sowjetunion, wie am Beispiel der DDR erkennbar, wohl wirtschaftlich und auch politisch nicht wirklich funktioniert.
Im Juni 1947 kündigt George C. Marshall26, damaliger US-Außenminister, in seiner Rede zum Marshallplan an: „Europa muss (..) eine wesentliche zusätzliche Hilfe erhalten oder einer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verelendung schwersten Charakters entgegengehen. Das Hilfsmittel besteht darin, den gefährlichen Kreislauf zu unterbrechen und das Vertrauen der europäischen Völker in die wirtschaftliche Zukunft ihrer Länder und Europas als Ganzem wiederherzustellen. (..) Unsere Politik ist nicht gegen irgendein Land oder eine Doktrin, sondern gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos gerichtet. Ihr Zweck soll es sein, die Weltwirtschaft wiederherzustellen(..)“27 Die Amerikaner wollen durch den genannten Plan insbesondere die Länder durch Warenkredite unterstützen, die durch den Krieg sehr stark geschädigt wurden. Dass die USA wirtschaftliche Interessen verfolgt ist nicht auszuschließen, da das Land durch den Krieg geschwächt ist und in Europa einen Absatzmarkt sieht.28 Auch wird von den Amerikanern eine zweite, verlustreiche Weltwirtschaftskrise sowie eine politische Radikalisierung wie nach dem Ersten Weltkrieg befürchtet. Von 1948-1952 werden rund 14 Milliarden Dollar an die westeuropäischen Länder verteilt, ein großer Teil hiervon besteht jedoch aus Warenlieferungen (Rohstoffen, Lebensmitteln), da der Nahrungsmangel unter anderem auch in Deutschland noch immer eine große Rolle einnimmt. Im Vergleich zu Großbritannien und Frankreich erhält Westdeutschland nur etwa die Hälfte der Gelder: 1,4 Milliarden $.29 Osteuropa wird ebenfalls zu Verhandlungen eingeladen, jedoch fordert Stalin die osteuropäischen Staaten dazu auf das Programm abzulehnen, da er eine Gefahr für den Zusammenhalt der Ostblockländer befürchtet. Der russische Außenminister Molotow sieht durch den Plan außerdem einen Verlust der wirtschaftlichen Unabhängigkeit gegeben. Durch das Hilfsprogramm verstärkt sich schließlich der Gegensatz zwischen dem Westen und dem Osten, da er als erster wirtschaftlicher Zusammenschluss innerhalb der westlichen Länder angesehen werden kann. So steht die Werbung
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für den Plan30 eher im Vordergrund als der Plan selbst, denn der amerikanische Weg, die freie Marktwirtschaft, soll als richtig angesehen werden. Die Länder, die die Hilfe in Anspruch nehmen, sollen auch ideologisch an Amerika gebunden sein.
Der Marshallplan, welcher auch unter dem Namen „Economic Cooperation Act“ oder offiziell als „European Recovery Program“ populär wird, schreibt vor, dass die europäischen Länder durch die stattgegebenen Kredite Güter aus den Vereinigten Staaten erwerben sollen. Am 31.Oktober 1949 tritt die Bundesrepublik Deutschland der Organization for European Economic Cooperation (OEEC) bei, welche den institutionellen Rahmen für den Plan bildet. Diese Organisation versucht das Hilfsprogramm durchzuführen, Handelsschranken zu beseitigen, Zölle herabzusenken sowie Währungen und Wechselkurse in und zwischen den teilnehmenden Staaten zu stabilisieren.
Durch die Marshallplanhilfe erlangt Westdeutschland eine Zukunftsperspektive: Eine Anbindung an „das amerikanische Wohlstandsimperium“31. Ob und wie der Plan selbst zum Wirtschaftswunder beigetragen hat ist sehr umstritten, jedoch soll er zumindest eine psychologische Wirkung besessen haben. Durch den Erfolg des Programms werden zweifelnde Bürger davon überzeugt, dass ein demokratischer Staat nach Vorbild und durch Hilfe der Vereinigten Staaten die beste Lösung sei. Spürbar wird dies für viele durch den eigenen Wohlstand und das gute Image der Amerikaner „als Freunde“ im Land.
Nach dem Krieg war Deutschland vor allem auf Importe angewiesen und durch die Einfuhr von Produkten und deren gleichzeitige Finanzierung liefert der Marshallplan eine Förderung zu den allgemein schon günstigen Nachkriegsbedingungen in Deutschland. Auffällig ist die Tatsache, dass Deutschland sehr viel weniger Kredit von den Amerikanern erhält als zum Beispiel Frankreich oder Großbritannien32. Auch eine freie Verfügung über die Mittel wird Deutschland untersagt. Der Historiker Abelshauser sieht in den Hilfeleistungen „keine entscheidende Bedeutung für den Wiederaufstieg“, denn „sie waren zu teuer,(..) zu spät und entsprachen oft nicht den Bedürfnissen der westdeutschen Industrie.“ 33 Vorrangig werden Lebensmittel geliefert, ab Anfang der 50er Jahre wird erst damit begonnen Rohstoffe für die Industrie zu senden. Bevor die Marshallplanhilfe in Kraft
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trat, existierte das so genannte „GARIOA“ Unterstützungsprogramm. Es beschränkte sich auf die Auslieferung von Lebensmitteln und dem Nötigsten für die Bürger: Eine Förderung für die Landwirtschaft, um die Selbstversorgung sicher zu stellen. Ein Hauptunterschied zum Marshallplan ist zudem die ideologische Komponente: Durch das ERP wird nicht nur versucht Deutschland wirtschaftlich aufzubauen und zur Selbstversorgung zu bringen, sondern das Land gegen die Sowjetunion abzugrenzen und klar auf die Seite der Amerikaner und des Kapitalismus zu ziehen.
Durch die Tatsache, dass 75% der von der USA geleisteten Leistungen nicht wieder beglichen werden mussten stellt sich eine positive Wirtschaftsbilanz unter anderem für Deutschland ein. Aber auch Italien, Japan und Österreich erreichen in den 50ern erstaunliche Wachstumsraten. Importeure müssen für die Einfuhr von Waren Zahlungen in D-Mark entrichten, welche auf einem Konto gesammelt werden. Dieser daraus entstehende Fonds wird für Investitionen genutzt, was zu einem weiteren Aufschwung vor allem in Betrieben führt. Da dadurch besonders Industrien gefördert werden, ist eine effektivere und modernere Produktion sowie ein Wachstum möglich.
Nun stellt sich die Frage, ob Deutschland auch ohne Marshallplan zu einem Wirtschaftswunder gekommen wäre. Die günstige Ausgangssituation für Deutschland nach dem Krieg, dargestellt durch viele unbeschädigte Industriegebäude, stellt weiter einen wichtigen Punkt für die Hochkonjunktur dar. Und auch der Wille der Bevölkerung zum Aufbau, der Einfluss der sozialen Marktwirtschaft und das Konsumverhalten sind Faktoren, die dazu beitragen. Jedoch schafft der „Economic Cooperation Act“ eine rasche Rückkehr der BRD in die Weltwirtschaft, eine Eingliederung in ein System und eine Förderung der Industrie. Die USA ist davon überzeugt, dass ein Westeuropa ohne starkes Westdeutschland nicht funktionieren wird und eine Stabilisierung der politischen und ökonomischen Verhältnisse sind unabdingbar. Durch die Aufbauhilfe der Amerikaner kommt es im Westen Deutschlands zu einer allgemein besseren Stimmung, was sich auch auf den Aufbau- und Arbeitswillen des heimischen Volks auswirkt. Als negativen Punkt kann man sehen, dass sich der Konflikt zwischen Ost und West drastisch verschärft und der Kalte Krieg mehr und mehr besiegelt wird, weshalb auch Bundeskanzler Adenauer selbst von Kritikern heute noch als „Spalter Deutschlands“ angesehen wird, da er sich für die Integration in den Westen entschied.
Ich persönlich halte den Schritt zur Westintegration für einen wichtigen Schritt Deutschland wieder
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aufzubauen. So etablierten die Amerikaner die Demokratie und durch internationale Bündnisse und die Qualität der deutschen Waren erhielt Deutschland einen regelrechten Boom. Der Marshallplan trug sicher zum schnellen Aufbau der Industrien bei und machte sich in einer besseren Grundstimmung bemerkbar. Da die Förderung aber sehr viel weniger betrug als zum Beispiel die von Frankreich, kann man nicht davon ausgehen, dass der Marshallplan allein das Wirtschaftswunder auslöste. Andere Länder erhielten weit mehr Kredit und zu einem Wunder in der eigenen Wirtschaft kam es dort nicht wirklich und vor allem nicht in dem Ausmaß wie es in Deutschland geschah. Folglich sehe ich mehr die günstigen Nachkriegsbedingungen, in Form von relativ unzerstörten Fabriken, sowie die Menschen selbst als Hauptfaktor für einen Konjunkturaufschwung. Auch Ludwig Erhard und Konrad Adenauer sind meiner Meinung nach bedeutend für diese Zeit, da sie ihre Überzeugungen auch gegen den Willen der Bevölkerung und der Alliierten (Beispiel: soziale Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard, welche anfangs kritisiert wurde) durchsetzten, mit der Gewissheit, dass die von ihnen erdachten Modelle Erfolg haben würden. Sicherlich trug der Marshallplan in gewisser Weise zur Initialzündung in Industrien bei und die Förderung durch die Amerikaner war wichtig, da Deutschland nach dem Krieg wieder Vertrauen entgegengebracht wurde.
Die Behauptung, dass die Amerikaner Hilfsprogramme aus Eigennutz und Propaganda ausführten, halte ich für eine korrekte Aussage, denn direkt nach dem Krieg hatte die amerikanische Regierung noch das Ziel Deutschland wirtschaftlich und politisch am Boden zu halten. Erst als sich der Kalte Krieg abzeichnete förderte die USA Deutschland industriell und versuchte es aufzubauen, um es vom Kapitalismus zu überzeugen. Trotz dessen half der Marshallplan zumindest in psychologischer Hinsicht und gab den Deutschen eine Hoffnung auf eine friedvolle und gut versorgte Zukunft. Das Wirtschaftswunder haben die Deutschen jedoch vorrangig durch eigene Arbeit und die Politik der Stärke durch Adenauer und Erhard erreicht, auch wenn die USA die ohnehin schon günstigen Ausgangsbedingungen noch besser gestaltete. Ohne den Kalten Krieg wäre es Deutschland, zumindest wenn man außenpolitische Bündnisse betrachtet, sicherlich nicht so gut ergangen und eine Eingliederung in die Welt wäre sehr viel langsamer von statten gegangen. So kann man den Marshallplan oder allgemein die USA als Katalysator für die schnelle wirtschaftliche und politische Genesung Deutschlands sehen, jedoch sicherlich nicht als Hauptfaktor für ein Aufkommen des Booms.