Beim Tagesgeldkonto handelt es sich um ein Konto, über dessen Guthaben der Inhaber täglich verfügen kann. Im Gegensatz zum Sparkonto gibt es hier keine Kündigungsfristen, die eingehalten werden müssen. Der Zinssatz beim Tagesgeld ist variabel und kann sich im Prinzip täglich ändern. Trotzdem gilt auch hier, dass langfristig angelegtes Geld höher verzinst wird als kurzfristig auf dem Tagesgeldkonto befindliches Guthaben. Im Regelfall wird die Zinsberechnung beim Tagesgeld per Anno, das heißt auf das Jahr ermittelt, berechnet.
Die Banken unterscheiden hier nur bei der Gutschrift der Zinsen auf das Tagesgeld dahingehend, dass einige Institute die Zinsgutschrift jährlich vornehmen, manche vierteljährlich und wieder andere Geldinstitute buchen dem Tagesgeldkonto monatlich die erzielten Zinsen zu. Nach Gutschrift kann der Kontoinhaber auch über Zins und Zinseszins sofort komplett verfügen. Das Tagesgeldkonto kann nicht als Girokonto für Überweisungen genutzt werden und auch Abhebungen direkt vom Tagesgeldkonto sind grundsätzlich nicht möglich. Hier ist ein Girokonto als Referenzkonto notwendig, auf das Abhebungsbeträge zunächst überwiesen werden müssen um dann von diesem Girokonto abgehoben werden zu können. Aus diesem Grund ergibt sich beim Tagesgeld für die Verfügung des Geldes eine Verschiebung zwischen etwa einem und drei Werktagen, die für Überweisungen auf ein Referenzgirokonto eingeplant werden müssen und sich damit schon als einziger Nachteil zum Sparkonto, von dem sofort und bar Geld abgehoben werden kann, ergeben. Einige wenige Kreditinstitute bieten ihren Kunden auch hier schon Kundenkarten, mit denen am Bankautomaten Geld vom Tagesgeldkonto abgehoben werden kann. Einen Boom erlebte das Tagesgeld im Jahr 2000, als der Börsencrash das Vertrauen von Aktionären stark strapazierte und die Bürger so wieder zur klassischen und sicheren, allerdings sehr gering verzinsten Geldanlage auf Sparbücher zurückgriffen. Auch recht aggressiv beworbene Aktienfonds konnten das Vertrauen der Bürger nicht mehr gewinnen und diese legten ihre Ersparnisse zunächst nur noch sicher an. Eine Bank ging zu dieser Zeit ausschließlich mit hochverzinsten Tagesgeldkonten an den Markt. 6 % Verzinsung lockten auch börsengeschädigte Kunden an. Da dieser Zinssatz aber lediglich über entsprechende lukrative Geschäfte wie Kredite abgefangen werden kann, erlebte die Bank, deren Sitz in Dublin war, eine Pleite. Die französische Muttergesellschaft stand für die Einlagen gerade und so war das Vertrauen der Kunden in Tagesgeldkonten, die letztlich durch die Einlagensicherung geschützt waren, untermauert. Tagesgeldkonten waren nun gefragt und die Banken kombinieren die Sicherheit eines Tagesgeldkontos oftmals mit Fonds, um den Kunden so einen besonders hohen Zinssatz bei überdurchschnittlichen Zinsen anbieten zu können. Tagesgeld hat seither einen festen Platz im Finanzgeschäft, der mit einem spekulativen Anteil bei der Geldanlage dem Kunden weitaus höhere Zinserträge als ein reines Sparkonto, das zudem auch noch Kündigungsfristen unterliegt, bieten kann. Nur psychologische Aspekte haben, besonders bei älteren Personen, noch Einfluss auf die Entscheidung für ein Sparkonto und gegen das Tagesgeldkonto, denn beim Sparkonto verfügt der Inhaber noch über ein Dokument in Form eines Sparbuches, was beim Tagesgeldkonto nicht mehr der Fall ist.