Was ist ein Passepartout? Um es ganz einfach zu beschreiben: ein Papier- oder Papprahmen der um ein Bild kommt, das für den Glasrahmen zu klein ist. Doch kann das Passepartout wesentlich mehr als nur ein zu kleines Bild schön einzurahmen! Ein kleines Bild kann durch ein passendes Passepartout sehr gut in den Vordergrund gerückt werden. Eine weitere Aufgabe des Passepartouts ist es, das Kunstwerk vor Umwelteinflüssen zu schützen. Doch die Idee des Passepartouts ist gar nicht so neu wie manche denken. Passepartouts gibt es vermutlich schon seit dem 16. Jahrhundert. Als das Passepartout in Mode kam begann man zuerst zaghaft, Grafiken mit Tuschelinien zu verzieren, um ihren Wert steigern zu können. Das Passepartout hinter Glas in einem Rahmen aufzubewahren war damals noch unüblich, da man es entweder in Mappen oder in Schubladen aufbewahrte. Später verzierte man die Passepartouts mit schmückenden Elementen. Bordüren und goldene Streifen kamen Ende des 18. Jahrhunderts in Mode. Leider wurden zur Zeit des Zweiten Weltkrieges die meisten Passepartouts im Zuge des Brennstoffmangels verbrannt, sodass heute nur noch wenige Originale existieren. Doch die Mode hat sich sehr gewandelt. Heute stimmt man die Farben des Bildes mit dem Passepartout ab oder verziert sie mit aufwändigen Schneidetechniken. Inzwischen ist die Eckverzierung in Form von Schneidetechnik sehr in Mode gekommen. Andere wiederum legen Kartons in unterschiedlicher Größe aufeinander. Selbst geprägte Passepartouts sind heute genauso anzutreffen: die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt. Die Gestaltung eines Passepartouts ist jedoch noch immer ein Kunsthandwerk. Für Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken ist es noch immer unverzichtbar, die Verzierungen per Hand vorzunehmen.