Das Gesundheitssystem der USA



Das deutsche Gesundheitssystem ist klar geregelt. Wessen Jahreseinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 49950 Euro liegt, muss sich gesetzlich krankenversichern. Alle anderen können zwischen einer freiwilligen und einer privaten Krankenversicherung wählen. Doch nicht in jedem Land sind Bürger gesetzlich verpflichtet, sich zu versichern. Das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel unterscheidet sich grundlegend vom deutschen Modell.
Hier ist der Abschluss einer Krankenversicherung Privatsache. Staatliche Hilfen für Menschen unter 65 Jahren gibt es nur in Ausnahmefällen. Das hat zur Folge, dass mehr als 45 Millionen US-Amerikaner, was etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht, keine Krankenversicherung haben. Tritt ein medizinischer Notfall ein und ist klar, dass der Patient die Rechnung nicht bezahlen kann, sind Krankenhäuser zwar dennoch verpflichtet, sein Leben zu retten, bei anderen Gesundheitsproblemen kann die Behandlung diesen Menschen aber verwehrt bleiben.
Alte und behinderte Menschen können eine öffentliche Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Das so genannte Medicare trat 1965 in Kraft und ist steuer- und beitragsfinanziert. Außerdem gibt es mit Medicaid ein Programm, das sich an besonders einkommensschwache Menschen richtet. Das Gesundheitsfürsorgeprogramm ist steuerfinanziert, Leistungen werden erst nach einer Bedürftigkeitsprüfung gezahlt.
Das amerikanische Gesundheitssystem ist das teuerste weltweit. Durchschnittlich muss ein Bürger jährlich 7290 Dollar zahlen, mehr als doppelt so viel wie zum Beispiel ein Deutscher. Wegen der damit verbundenen Probleme wurden schon oft Reformversuche unternommen, die allerdings immer scheiterten. Zurzeit versucht sich auch US-Präsident Barack Obama an einer Gesundheitsreform, mit der sich 30 Millionen bislang Unversicherte eine Versicherung leisten könnten. Geplant ist, dass das Gesetz Ende Januar 2010 verabschiedet werden kann, bis dahin muss es aber noch die zweite Abstimmungsrunde des Senats und des Repräsentantenhauses durchlaufen.


25.01.10 Autos Kommentieren Trackback

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